Patenreise

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Die Reise sollte diesmal eigentlich direkt nach Indien gehen. Während meiner Reiseplanung
schrieb mich Bhante Punnaratana an und lud mich nach Sri Lanka ein. Kurzfristig habe ich noch
umgeplant, Flüge umgebucht und bin zunächst nach Colombo geflogen.


Von Bhante und seinen Helfern (Duminda und Chamara) wurde ich von Beginn an so herzlich
aufgenommen und umsorgt, dass ich diese Woche als absolute Auszeit erlebt habe. Neben
Ruhephasen und Gelegenheit zu Spaziergängen waren Besuche bei Freunden und Bekannten
geplant, sodass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Wenn wir nicht zum Essen eingeladen waren,
haben die Helfer immer wieder leckere Spezialitäten bereitet oder beschafft und mit frischen
Kokosnüssen, Mangos, Ananas und Bananen fürs leibliche Wohl gesorgt. Es war eine
unbeschreiblich schöne Woche, für die ich noch heute tiefe Dankbarkeit fühle.


Nun aber auch ein paar Eindrücke von den Besuchen, die wir im Rahmen des Karuna-Vereins
unternommen haben:


Beim Besuch von Bhante Pangakiththi in Polgahawela gab es die Gelegenheit den alten Tempel
mit besonders schönen Statuen und Bildern zu besichtigen. Anschließend wurden wir mit üppigen
Sri Lankischen Speisen verwöhnt. Nachmittags ging es weiter zum Tempel von Bhante
Gnanaratana in Kurunegala. Hier in der Nordwestprovinz, wie im Hochland, im Kandy District und
in vielen weiteren Landesteilen hatte der Zyklon „Ditwah“ Ende November 2025 mit
unvorstellbaren Regenfällen heftigste Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Über 100
Menschen waren ums Leben gekommen, mehr als 100.000 haben ihr Zuhause verloren und
20.000 Häuser wurden zerstört.


Auf unseren Fahrten konnten wir einen kleinen Teil des Ausmaßes der Zerstörung sehen, denn an
vielen Hängen hatten Erdrutsche ihre Spuren hinterlassen, Autostraßen und Häuser weggerissen,
und Bäche und Flussbetten waren gezeichnet von mitgerissenen entwurzelten Bäumen,
zerstörten Brücken und Geröll.


Wenn es auch nur ein „kleiner Tropfen auf den heißen Stein“ war, so hatten die Bhantes für die
ca. 50 Kinder der Sonntagsschule in Kurunegala ein Geschenk vorbereitet. Sie bekamen je ein
Paket mit Schulmaterial überreicht. Es war schön in so viele freudig offene Kinderaugen sehen zu
dürfen, die sich noch ehrlich über ein solches Geschenk freuen können.


Statt die Nacht in einem Hotel zu verbringen, wurden wir eingeladen im Tempel zu nächtigen, wo
ich ein schön ausgestattetes Gästezimmer beziehen und die Nacht in der ruhigen Naturlandschaft
genießen durfte.


Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Kandy District, wo wir schon in der Nonnenschule in
Gampola erwartet wurden. Es war wunderschön zu sehen, wie das Engagement von Karuna e.V.
dort zu einer positiven Entwicklung geführt hat. Im Jahr 2020 hatte ich die beengten Verhältnisse
dort erlebt. Jetzt ist der Neubau fertiggestellt und die ca. 65 jungen Novizinnen haben viel mehr
Möglichkeiten. Im Neubau befinden sich im Erdgeschoss verschiedene Räume zum Unterricht,
eine kleine Bibliothek, ein Computerraum sowie Sanitäreinrichtungen. Im Obergeschoss ist eine
große Halle für vielfältige Veranstaltungen. Die Schulleiterin zeigte uns ihre beeindruckende
„Einsatzplanung“ und es ist für mich kein Wunder, dass immer wieder Schülerinnen dort für ihre
Leistungen ausgezeichnet werden. Alles macht einen sehr professionellen Eindruck.
Für eine Nacht ging es zurück nach Yakkala wo es Gelegenheit für eine gemeinsame Puja mit
Bhante Deegala gab. Am nächsten Tag starteten wir per Express-Bus zu Bhantes befreundetem
Yoga-Lehrer in Mirissa, wo die nächsten drei Tage mit „Familienanschluss“ unter Freunden zur
Entspannung dienten.


Mir bleibt nur noch einmal von ganzem Herzen DANKE zu sagen, für all die wunderbaren
Erlebnisse.

Meine Reise nach Sri Lanka führte mich vom 20. November bis zum 13. Dezember 2025 in ein
Land voller spiritueller Tiefe, großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft und zugleich großer
Herausforderungen. Ich durfte diese Reise gemeinsam mit dem Ehrwürdigen Bhante Dr. Rathmale
Puññaratana unternehmen.


Zu Beginn hielt ich mich im Kloster von Bhante Puññaratana in Yakkala auf. Dort leben mehrere
Mönche, und ich war in den ersten Tagen dort untergebracht. Ich kam ein Zimmer, das während der
Ausflüge sozusagen mein Basislager blieb. Vom Flughafen wurde ich vom Ehrwürdigen Bhante
Sirinanda sowie dem Fahrer des Klosters, Duminda, abgeholt. Geduldig warteten beide über zwei
Stunden, da mein Gepäck nicht ankam und ich am Abfertigungsschalter warten musste. Schon auf
dem Weg ins Kloster durfte ich ein ursprüngliches singhalesisches Essen genießen – ein erster
Eindruck von der Kultur des Landes.


Nach einigen Tagen brach ich allein nach Kandy auf. Ich fuhr mit dem Zug 2. Klasse und konnte so
direkt mit den Einheimischen reisen. In der Umgebung besuchte ich das Udawatta Kele
Schutzgebiet, einen kleinen, noch erhaltenen Regenwald mit wunderschönen Wanderwegen.
Inmitten dieses Waldes befindet sich auch ein deutscher Tempel, in dem früher bekannte deutsche
Mönche gelebt haben. Dieser Ort strahlte eine besondere Ruhe und Geschichtsträchtigkeit aus und
führte zu ersten Begegnungen mit der in einem Dschungel heimischen Flora und Fauna. Zurück
nach Yakkala ging es mit einem Linienbus, was wiederum eine interessante Erfahrung war.


Der nächste Abschnitt meiner Reise führte mich für neun Tage in das Mithrigala Nissarana Vanaya,
ein abgelegenes Waldkloster mitten in einem anderen Regenwald. Dort lebte ich direkt mit den
Waldmönchen zusammen und erhielt sehr wertvolle und tiefgehende Instruktionen zur Meditation.
Neben mir hielten sich zwei weitere Ausländer und einige singhalesische Laien dort auf. Diese Zeit
war besonders prägend und intensiv. Der Tagesablauf mit einer Reihe von Meditationssessions, die
Almosenrunde mit den Mönchen, die Verhaltensweisen der Mönche, die Tiere und Pflanzen des
Dschungels, die Rituale und die Gespräche mit den Mönchen – all dies war ein wahrliches Erlebnis.
Anschließend kehrte ich wieder nach Yakkala zurück und besuchte in der Umgebung ein
wunderschönes Felsenkloster, wo mir ein Mönch eine persönliche Führung gab.


Kurz darauf reiste ich gemeinsam mit Bhante Puññaratana, dem jungen Mönch Vipassi, dem Fahrer
Duminda, sowie einem weiteren jungen Helfer des Klosters nach Polonnaruwa.
Bhante Puññaratana leitet den gemeinnützigen Verein Karuna Samadhi e.V., der sich für
Bildungsprojekte von Kindern in ländlichen Gegenden Sri Lankas einsetzt und für weitere
Hilfsprojekte.


Noch vor der Weiterreise nach Polonnaruwa fand ein Patenkindertreffen in Yakkala statt. Etwa 30
Patenkinder waren anwesend, alle unterstützt durch deutsche Paten, koordiniert durch den Karuna
Samadhi e.V. Sie hatten gerade Ferien und brachten ihre Zeugnisse mit. Vor Ort erhielten sie ihre
finanzielle Unterstützung sowie buddhistische Segnungen durch die Mönche. Auch ich wurde
vorgestellt, und das Treffen war ein prägendes Erlebnis.


In der Nähe von Polonnaruwa fand ein weiteres Patenkindertreffen statt, in einem Gebäude, das
dem Verein gehört. Dort lernte ich unter anderem mein eigenes Patenkind Himanshi zum ersten Mal
persönlich kennen. Ich traf ihre Mutter, besuchte die Familie zu Hause und übernachtete bei einer
Tante von Himanshi. Ich hielt eine kleine Rede und brachte meine große Dankbarkeit für die

außergewöhnliche Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen in Sri Lanka zum Ausdruck.
Während meines Aufenthalts wurde Sri Lanka von einem schweren Zyklon getroffen, der massive
Überschwemmungen verursachte. Viele Menschen verloren ihr Leben, ihr Zuhause oder ihre
Lebensgrundlage, ihre Reisfelder oder das Vieh. Bhante Puññaratana organisierte umgehend Hilfe.
In Polonnaruwa konnten wir Hilfspakete an schwangere Frauen übergeben, gefüllt mit dem
Nötigsten für die erste Zeit und etwas finanzieller Unterstützung. Die Not war groß, und obwohl
nicht allen geholfen werden konnte, zeigte sich Bhante unermüdlich in seinem Einsatz.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Trinkwasserversorgung. In vielen Dörfern ist das Wasser
durch den Reisanbau mit Arsen belastet. Bhante Puññaratana spendete einen Wasserfilter für einen
dörflichen Tempel. Ein zukünftiges Projekt des Vereins ist der Bau größerer Wasserfilteranlagen,
die ganze Dörfer mit sauberem Trinkwasser versorgen sollen.


Danach besuchten wir für eineinhalb Tage ein wunderschönes Meditationszentrum auf einem Berg,
am Rand des Regenwaldes von Mithrigala gelegen. Der Empfang durch den Abt war äußerst
freundlich. Ich wohnte dort in einer abgelegenen Hütte, einer sogenannten Kuti, und hatte viel
Raum für Meditation und Gehmeditation. Dieser Aufenthalt war sehr herzlich, ich hatte die
Gelegenheit mit den dort lebenden Mönchen, Nonnen und Laien ins Gespräch zu kommen.
Anschließend reisten wir in den Süden Sri Lankas nach Galle, eine touristisch geprägte Hafenstadt.
Dort waren wir bei einer Bekannten von Bhante Puññaratana untergebracht, die ebenfalls
abwechselnd in Hamburg lebt. Das Haus lag nicht weit vom Strand entfernt, war wunderschön mit
einem großen Garten und von großer Gastfreundschaft geprägt – inklusive hervorragender lokaler
Küche. Auch im Süden gibt es eine Niederlassung von Karuna Samadhi e.V. Der leitende Mönch
dort, der Abt, war mir bereits von einer früheren Begegnung in Yakkala bekannt.
Zurück in Yakkala besuchte ich noch ein weiteres beeindruckendes Felsenkloster in der Nähe, das
hoch oben am Rand eines Berges erbaut ist und eine atemberaubende Aussicht bietet. Ein dort
lebende junger Mönch war erstaunt, dass ich als Westler praktizierender Buddhist bin und unterhielt
sich lange mit mir.


Mit dem Ende dieser Etappen neigte sich meine Reise dem Abschluss zu. Als ich von Yakkala aus
zum Flughafen aufbrach, reiste Bhante Puññaratana weiter nach Kandy, um dort ein weiteres
Patenkindertreffen zu organisieren und seine unermüdliche Arbeit fortzusetzen.
Diese Reise war für mich eine tief berührende Erfahrung, eine Abenteuerreise – geprägt von
Spiritualität, Mitgefühl, Begegnungen und der Erkenntnis, wie viel durch engagierte Menschen und
gemeinschaftliches Handeln bewegt werden kann. Besonderes beeindruckend war die Erfahrung,
dass sehr arme Familien etwas für die durch die Überschwemmungen geschädigten Landsleute
spendeten, obwohl sie selbst nicht viel besaßen.

Für den ersten Teil unserer Reisegruppe startete die Reise am 21.02.2020 vom Frankfurter Flughafen mit Emirates via Dubai nach Colombo. Bei der Ankunft um 9:15 Uhr Ortszeit wurde sie schon von Bhante Punnaratana erwartet und mit dem landesüblichen Kokosdrink begrüßt. Die komplette Reisegruppe traf sich dann am 22.03. im Eurostar-Hotel in Minuwangoda.

Für Magui, Sven, Thomas, Rita, Grita, Ingrid und Roland wurden die darauf folgenden Tage sehr aufregend und, wie man es eigentlich bei unserem Bhante hätte ahnen können, wieder völlig anders als erwartet.

Samstags ging es also los –  wenn auch unter traurigen Umständen, weil ein enger, mit Bhante befreundeter Mönch, Bhante Wimalasara, der Leiter der Ausbildungsschule in Devapola, Minuwangoda, kurz vorher überraschend verstorben war. Bhante war die nächsten Tage mit den Vorbereitungen der Sterbezeremonie beschäftigt und konnte uns nicht die ganze Zeit begleiten. Um 12 Uhr holte uns Duminda ab. Er ist der Fahrer des Klosters in Yakkala und auch sonst für Vieles dort zuständig und den meisten in der Gruppe bekannt. Wir fuhren zum Kloster des Verstorbenen und durften von dem hochverehrten Mönch Abschied nehmen. Er war dort Abt und eine in der ganzen Gegend sehr angesehene Persönlichkeit.

Noch am selben Tag ging es weiter Richtung Kandy zu einer Zeremonie, zu der auch Bhante erwartet wurde. Auf einem riesigen Gelände findet dieses jährliche Fest statt. Ca. 5.000 Kinder, Mönche, Lehrer, Angehörige und andere Gäste fanden sich dort an diesem Tag ein. Die beeindruckende und sehr große Zeremonie wurde in diesem Jahr gesponsert von einem malaysischen Bildungsdienstleister, der jedem Kind 5000 Rupien und u.a. Rucksäcke übergab.

Den Abschluss dieses Tages bildete ein Besuch bei einem befreundeten Mönch Bhantes, Bhante Pannakitti in Polgahawela, seines Zeichens Schuldirektor, vielen aus der Gruppe schon von früheren Reisen bekannt. Er ist nicht nur ausgesprochen nett, sondern auch ein vorzüglicher Gastgeber.

Am 23.02. wurden wir um 11 Uhr vom Hotel abgeholt und fuhren Richtung Kandy, wo wir einen Stopp bei einem Studienfreund von Bhante einlegten. Nach der ausgesprochen freundlichen und üppigen Bewirtung durch seine Familie fuhren wir weiter zu einem Kloster in den Bergen – Nelligala. Dort war Gelegenheit um inne zu halten und den Ausblick zu genießen oder zusammen mit Bhante in dem dortigen Tempel zu meditieren. Danach stand unser Besuch des von Karuna Samadhi unterstützten Nonnenklosters in Gampola auf dem Programm. Der neue Anbau wird zukünftig 70 Novizinnen die Möglichkeit geben sich weiterzubilden.

Thomas Bretthauer trug die im Dezember in Deutschland erarbeiteten Fragen vor. Unterstützend mit den mitgebrachten Bauplänen befragte er mit Bhante Punnaratana die Äbtissin über die Vorgehensweise und Finanzierung des Projekts – danach folgte eine Einladung zu einem Essen und es war eine Freude alle Nonnen und Novizinnen gemeinsam zu begrüßen und auch Fotos zu machen. Nach einer langen Rückreise kamen alle gemeinsam um 22.15 Uhr wieder im Hotel an.

Am 24.02. ging die Fahrt in den Norden. Wir hatten einen Fahrer mit größerem Bus,  der ausreichend Platz bot, um auch unser Gepäck zu transportieren. Bhante verabschiedete sich von uns und kümmerte sich in den darauf folgenden Tagen um die Vorbereitungen zur Verabschiedung des verstorbenen Mönches.

Bhante Piyasiri, der in der Nähe von München lebt und gut deutsch spricht, war uns in den folgenden Tagen ein ausgesprochen guter Begleiter. Eine ganze Tagesreise stand uns bevor bis wir schließlich Mannar und dort das Ahash-Hotel erreichten – Ein gutes Abendessen, später verschwanden wir alle in den zweckmäßigen Zimmern.

Am 25.02. erkundeten wir mit einem Local Guide die Sehenswürdigkeiten rund um Mannar. Zu Beginn ein Wasserreservoir das von dem damaligen König noch instand gesetzt wurde und bis heute dazu dient die Reisfelder zu bewässern. Wir überquerten eine wackelige Brücke und die ganz Mutigen sogar eine Hängebrücke und fuhren dann zu der berühmten katholischen Kirche Madhu. Auf einem großen Gelände befindet sich dieses eindrucksvolle Bauwerk. Wir erfuhren, dass dieser Ort im Jahr 2015 vom Papst Franziskus besucht worden ist und ihm ein eigenes Gebäude gewidmet wurde. Abschließende Gespräche mit dem dortigen Priester Fernando rundeten unseren Besuch der Marienkirche Madhu ab.

Nach einer kleinen Pause folgte die Besichtigung eines bekannten Forts, das von den Portugiesen im 16. Jahrhundert errichtet wurde und danach von den Holländern besetzt war. Weiter ging es zu dem berühmten 700 Jahre alten Baobab Baum, den die Araber angepflanzt haben um für die Kamele Futter zu haben. Wir erfuhren, dass die Kamele die klimatischen Bedingungen nicht überlebt haben. Stattdessen wurden als Lasttiere Esel eingeführt, deren Nachkommen nun herrenlos durch die Gegend streunen.

Eine längere Fahrt im Anschluss daran auf einer sehr holprigen, löchrigen Straße bewies, dass die Stoßdämpfer des Busses viel aushalten. Es ging weiter zu einem Leuchtturm und einem früher strategisch wichtigen Punkt im Norden Sri Lankas. Wir erlebten dort die Rückkehr der Fischer und einen Schwarm von Seevögeln, die auch etwas von ihrem Fang abhaben wollten. Sie gaben ein spektakuläres Bild ab. Nach einem erlebnisreichen Tag ging es zurück ins Hotel, dort erwartete uns gegrillter Fisch mit den üblichen leckeren Currys.

Am 26.02. ging es weiter nach Jaffna der Hauptstadt der Nordprovinz. Dort übernachteten wir in einem buddhistischen Zentrum. Erste Eindrücke bestätigten den hinduistischen Charakter der Stadt und man fühlte sich, als ob man in Indien wäre. Sehr interessant war der Besuch des Nallur Kovil Tempels. Größtes Heiligtum der Tamilen und größter Hindutempel in Sri Lanka, Murugan geweiht. Wir wurden Zeuge einer Zeremonie, bei der die männlichen Gruppenmitglieder, ohne Oberbekleidung, einige Zeit teilnehmen und sich in dem Tempel aufhalten konnten, bevor unsere Reise wieder weiterging.

Am Nachmittag wurde der Plan ein weiteres Fort zu besichtigen fallen gelassen, da es zum einem zu teuer gewesen wäre und zum anderem jeder von uns ausreichend „Forterfahrung“ in diesen Tagen hatte sammeln dürfen. Stattdessen entschieden wir uns in eine, im italienischen Stil gehaltene, Eisdiele zu gehen. Zum Abendessen ging es in ein Restaurant nahe des Buddhistischen Zentrums, in dem auch unsere Übernachtungsgelegenheit war.

Am 27.02. ging es diesmal sehr zeitig, um 5:30 Uhr, mit dem gelben Bus von unserem buddhistischen Domizil in Jaffna aus los, um den Schiffsanleger rechtzeitig zu erreichen. Die Bootsanlegestelle ist eine Art Transferbereich zu den nahegelegenen Inseln. Um 8.00 Uhr begann unsere erste Bootsfahrt zum Delfter Island mit einem historisch anmutenden Motorschiff aus dem Militärbestand der Navy.

Dort angekommen wartete auch schon ein Auto mit Ladefläche zum Sitzen auf dem wir alle Platz fanden. So ging es über die löchrigen Straßen zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten. Auf der abenteuerlichen Rückfahrt waren wir diesmal mit Schwimmwesten ausgerüstet und saßen auf dem Bootsrand. Wieder am Schiffsanleger angekommen sind wir noch einmal auf die Insel Nagadeepa übergesetzt, auf der sowohl ein buddhistischer (Nagadeepa Raja Maha Viharaya) als auch ein hinduistischer Tempel steht.

Im buddhistischen Tempel, der zu den sechzehn wichtigsten buddhistischen Heiligtümern des Landes gehört, wurden wir wieder sehr gut mit Reis und Curry bewirtet. Der Geschichte zufolge besuchte der Gautama-Buddha diese Stätte fünf Jahre nach seiner Erleuchtung, um den Streit zwischen den beiden sich bekriegenden Naga-Königen, Chulodara und Mahodara, beizulegen.

Unser nächster Halt war das Dambakolatuna Pilgrims Rest, das genau dort liegt wo Sanghamitta, Tochter Ashokas, den Setzling vom Erleuchtungs-Bodhi-Baum Buddhas mitbrachte. Dort bezogen wir unser Hotel mit großen Mehrbettzimmer, einer wunderschönen Gartenanlage und dem heiligen Tempel einen Steinwurf entfernt.

Das ehemalige Militärgebiet der Navy liegt direkt am Meer und die Menschenleere in dieser Zeit macht den Ort zu einem idyllischen Platz. Dort konnte man wieder gut Zeit finden, um am Meer zu spazieren, das nahegelegene Heiligtum zu besichtigen oder dort Ruhe in der Meditation zu finden.

Am 28.02. war keine Eile geboten, wir hatten Zeit und Bhante Pyasiri organisierte eine Fahrt zu einem schön gelegenen Ausflugsort, wo wir eine Schiffsfahrt rund um ein holländisches Fort machten und dieses auch auf der kleinen Insel besichtigten. Danach gab es das vorbestellte Essen im Restaurant und dann die Rückfahrt zum Hotel.

Die Rückfahrt von Jaffna nach Colombo war für den 29.02. eingeplant. Unterwegs legten wir noch zwei Stopps ein. In Mihintale, dem Ort an dem Mahinda, Ashokas Sohn den Buddhismus für Sri Lanka verkündet hat und in Dambulla, damit diejenigen, die die berühmten Tempelanlagen noch nie gesehen haben, dazu Gelegenheit bekamen. Nach einem Dinner in einem Restaurant mit Buffet kamen wir gegen 21:30 Uhr in Colombo im Grand Oriental Hotel an. Ein Grand Hotel mit eindrucksvoller Geschichte. Die ehemalige Grandezza unserer Unterkunft wehte noch durch die Hotelflure in Gestalt eines kleinen Museums auf den Gängen dieser Herberge. Bhante schafft es noch kurz alle wieder zu sehen und die außergewöhnlich tolle Begleitung von Pyasiri fand an diesem Abend seinen Abschluss. Müde und geschafft verschwanden alle zügig auf ihren Zimmern. Verabschieden mussten wir uns an diesem Abend auch von unserem Fahrer Jandamala und dem gelben Bus, die uns beide auf manch holpriger Strecke treue Dienste geleistet haben.

Am 01.03.2020 fand das Patenkindertreffen im Temple Trees Colombo, Premier Minister House

Temple Trees statt, das ist die ofizielle Adresse des sri lankischen Premier Ministers.

Nun wieder mit Duminda als Fahrer unterwegs ging es am Sonntagmorgen dorthin, es lag nicht sehr weit entfernt von unserem Hotel.

Die Feierlichkeiten fanden in dieser Residenz in der dortigen Halle statt. Das Patenkindertreffen mit dem entsprechenden Ablaufzeremoniell startete kurz nach 9 Uhr, nachdem sich alle ca. 800 Gäste eingefunden hatten.

Es waren Mönche und Nonnen anwesend, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer und selbstverständlich die Kinder aller Altersstufen mit den Eltern. Durch das Programm führte uns eine junge Dame, die u.a. das Karuna Samadhi Programm vorstellte und sehr freundlich und eloquent die anderen Redner und Vortragenden den Besuchern präsentierte.

Es gab einen Film über das Karuna Samadhi-Projekt zu sehen und eine ausführliche Vorstellung des Projekts. Danach gab es zahlreiche Reden der anwesenden Mönche und offiziellen Vertreter. Charmant teilte uns Bhante hierbei mit, dass nicht alles von uns verstanden werden könnte. Doch das spielte für Keinen eine Rolle, da die schöne Atmosphäre doch alles Wesentliche auch ohne Simultanübersetzung transportieren konnte.

Ab 12 Uhr begann die Geschenkübergabe unter anderem von einer ehemaligen Miss British Empire, die in ihrem normalen Leben als Ärztin tätig ist. Nachdem die Geschenke auf der Bühne übergeben und alle vorgestellt worden waren, konnten die Patenkinder ihre Pateneltern treffen, um sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen. Mönche wurden bewirtet und anschließend gab es Essen für alle. Danach blieb noch Zeit für einen weiteren Austausch aller Gäste und Patenkinder, Eltern und Pateneltern oder Vertreter und alle konnten sich angemessen voneinander verabschieden. Am frühen Nachmittag löste sich diese sehr gelungene und harmonische Veranstaltung langsam auf und die Rückkehr ins Hotel beendete für unsere Reisegruppe das Patenkindertreffen. Den letzten freien Nachmittag in Colombo verbrachten wir in unterschiedlicher Weise. So unternahmen einige nochmal einen aufregenden Ausflug in das muslimische Viertel und genossen das dortige bunte Treiben, andere nahmen diesen Nachmittag zum Anlass sich etwas auszuruhen.

Am 02.03. reisten wir mit dem Zug nach Hikkaduwa. Um 10 Uhr, fertig gepackt, ausgeruht und nun wieder mit Bhante, ging es auf den letzten Teil unserer Patenreise. Ausgangspunkt für diesen Part war Colombo Fort Railway Station. Für manche war es die erste Zugfahrt in diesem aufregenden Land und so gestaltetete sie sich entsprechend. Kostenlos gab es im vollgepackten Zug Nachhilfe in der Landessprache durch die in den Abteilen wirbelnden Verkäufer und Musiker, die lautstark ihre Waren und Dienste anpriesen. Ziel war die Stadt Hikkaduwa die im Südwesten des Landes traumhaft am indischen Ozean liegt.

Angekommen im Ranmal Beach Hotel und noch voller Eindrücke der vergangenen Tage wurde in der karibisch anmutenden Kulisse der Nachmittag genutzt um sich zu sammeln und zu entspannen.

Bhantes Idee, die letzten beiden Tage einfach zu relaxen und sich zu erholen, konnte von allen am 03. und 04. März nahezu perfekt genutzt werden. Das Ranmal Beach Hotel liegt direkt am Meer und so stürzten sich einige beherzt in die Fluten des warmen Meeres oder konnten die Liegen des Hotels dazu nutzen, um ein gutes Buch zu lesen oder einfach nur im Schatten zu dösen.

Bevor sich unsere Reisegruppe in verschiedene Richtungen auflöste besuchten wir am Dienstagnachmittag gemeinsam eine Mönchsschule in Baddegama. Gut ausgerüstet und mit Geschenken in Form von Schulunterlagen ging es los und nicht viel später waren wir dort und wurden, wie wir es gewohnt waren, sehr freundlich von dem dortigen Abt empfangen und mit Essen und Tee bewirtet. Die Mutter des Abtes, eine ältere Dame, lockerte die Atmosphäre mit ihrem Wesen zusätzlich auf.

Danach besuchten wir den täglich stattfindenden Unterricht und wurden Zeuge, wie es trotz verschiedener Altersstufen möglich ist, vier oder fünf Klassen alle gemeinsam in einer Halle zu unterrichten. Die Klassenverbände bestanden nicht nur aus Novizen und Mönchen, sondern auch aus Jungen, die vielleicht nicht den Weg des Mönchsseins anstreben. Den Abschluss dieses Tages bildete der Besuch in einem auch nicht allzu weit entfernten Kloster Dutugemunu Rajamaha Vihara in Baddegama.

Sehr eindrucksvoll und mit langer Geschichte liegt dieses Kloster an einem Berghang und erstreckt sich über eine große Fläche. Imposante Ausblicke und eine Führung des dortigen Abtes waren wieder eine Inspiration und verschafften uns Einblicke, die ein normaler Tourist wohl so nie zu sehen bekommt. Der dortige Abt, Bhante Weliwitaya Sumana war, wie nicht anders zu erwarten, ein herzensguter Mann mit Beziehungen zu Deutschland in mehrfacher Hinsicht. Freunde in Hamburg und sein längerer Aufenthalt im Raum Würzburg erklären seine besondere Liebe zu Deutschland.

Zurück im Hotel und den Kopf voller Erlebnisse und Eindrücke wurde in der Gruppe demokratisch entschieden am letzten Tag keine neuen Ausflüge zu unternehmen, sondern einfach zu entspannen und natürlich die Abreise vorzubereiten.

Während Magui, Sven und Thomas sich auf den Rückflug nach Deutschland begaben, zerstreute sich der Rest der Reisegruppe in unterschiedliche Destinationen des Landes. Eine wunderschöne Reise ging hier zu Ende, auch wenn die aktuellen Ereignisse auf der Welt die Gruppe natürlich nicht unberührt ließen.

Liebe Paten, liebe Freunde,
 
Achtung: Siehe aktualisierten Reiseplan hier
 
vom 21. Februar bis 5. März 2020 wird die nächste von Bhante Punnaratana organisierte Paten- und Sri Lanka Rundreise durchgeführt. Gemeinsam lernen wir die Patenkinder des Karuna Samadhi-Projektes kennen und besuchen wichtige historische Stätten, bekannte Sehenswürdigkeiten und Tempel. Die Patenreise bietet allen Interessenten die Möglichkeit einer intensiven Berührung mit dem Land, der Kultur und den Menschen.
 
Den Schwerpunkt der Reise bildet diesmal der Besuch des Nordens Sri-Lankas. Eines der Ziele wird Jaffna sein, die Hauptstadt der Nordprovinz, die überwiegend von Tamilen bewohnt wird. Der Norden Sri Lankas war sehr lange Kriegsgebiet und konnte viele Jahre nicht bereist werden. Wir werden dort die hinduistische Kultur und die Menschen kennen lernen.
 
Darüber hinaus gibt es viel Zeit für persönliche Begegnungen mit den Patenkindern.
 
Das ist die geplante Reiseroute (Änderungen vorbehalten):
 
21.02.20          Individuelle Anreise nach Sri Lanka, Colombo
(Bandaranaike International Airport)
 
22.02.20          Ankunft, Einkaufen, Erholen, Eingewöhnung etc.
 
23.02.20          Patenkindertreffen in Yakkala (Karuna Samadhi)
 
24.-25.02.20    Fahrt nach Anuradhapura (Königsstadt). Am Abend Besuch des Bodhibaums und Besuch der wichtigsten Stupas
 
25.-28.02.20    Fahrt nach Jaffna (Hauptstadt der Nordprovinz). Kennenlernen der Tamilen und der hinduistischen Kultur. Besuch des buddhistischen Nagadeepa und des hinduistischen Nallur Kovil Tempels
 
29.02.20          Fahrt nach Polonnaruwa
 
01.03.20          Patenkindertreffen in Hingurakgoda (Karuna Samadhi)
 
02.03.20          Besichtigung der Königstadt Polonaruwa
 
03 - 04.03.20   Unawatuna Beach
 
05.03.20          Individuelle Abreise von Colombo (Bandaranaike International Airport)
 
Die Reisekosten betragen EUR 950,- pro Person im Doppelzimmer, bzw. EUR 1.200,- pro Person im Einzelzimmer.
 
Im Preis enthalten sind die Übernachtungen, Halbpension, Flughafentransfer, Fahrtkosten/Transfer während der Rundreise, Trinkgeld. Nicht enthalten sind die individuellen Hin- und Rückflüge sowie die Eintrittsgelder vor Ort.
 
Bei Interesse nehmen Sie bitte direkt mit Bhante Punnaratana ( punnaratana@gmx.de) Kontakt auf.
 
Im Dezember 2019 findet ein Vorbereitungs- und Informationstreffen statt.
(Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben).
 
Anmeldungen für die Teilnahme an der Reise werden bis zum 30. November 2019 erbeten.

 

Bemerkung:

Unsere Reiseteilnehmerin, Rita, hat uns ihr Reisetagebuch zur Benutzung auf unserer Internetseite in dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Der Text wurde verkürzt und überarbeitet.

Der Vorstand

Patenreise 2017

Wie schon in den Jahren zuvor organisierte der Karuna Samadhi e. V. erneut eine Patenreise nach Sri Lanka. In der Zeit vom 24. Februar bis 10. März beabsichtigen wir unsere Patenkinder und durch unseren Verein unterstützte bzw. ins Leben gerufene Projekte zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit hoffen wir auch dieses wunderschöne Land und seine Bewohner besser kennenzulernen. Auch diesmal dürfen wir uns der engagierten und liebevollen Reisebetreuung durch Bhante Punnaratana erfreuen.

Am Flughafen in Colombo werden wir von Bhante in Empfang genommen. Nun kann das Abenteuer beginnen. Die ersten Stunden verbringen wir mit einem gemeinsamen Frühstück bei einem von Bhantes Brudermönchen in einem Tempel nahe des Flughafens. Hier erwartet uns ein typisch singhalesisches Frühstück, bei dem schon zu früher Stunde Reis mit diversen Gemüse-Currys gereicht wird, natürlich „hot and spicy“, also scharf und würzig.

Wir - Thomas, Sven, Margi und Rita - sind natürlich hundemüde und finden trotzdem nicht die richtige Ruhe. Thomas unternimmt mit dem Mönch eine Tuk-Tuk-Erkundungsfahrt ins nahegelegene Dorf. Unser Busfahrer Duminda und der Helfer Damare liefern uns gegen Mittag in Negombo in unserer Unterkunft ab. Ein schöner Strand liegt direkt vor unserem Hotel und viele Geschäfte befinden sich in unmittelbarer Nähe. Nach dem Abendessen - ein vielseitiges Büfett - sind wir schnell auf unseren Zimmern verschwunden.

Sonntag, 26. Februar:

Bhante ist zu einer Verabschiedungszeremonie eines Brudermönchs eingeladen. Nach einer fast dreistündigen Anfahrt begrüßt man uns dort mit einer King Coconut (eine für Sri Lanka typische Sorte von Kokosnüssen) als Erfrischung. Wir nehmen an der Zeremonie teil und werden eingebunden, indem wir einen Teil der Geschenke an die Mönche überreichen. Schnell sind wir von Kindern umringt und die Einheimischen klären uns über die Gepflogenheiten des Tempels und des

nahegelegenen Dorfes auf. Auf dem Rückweg machen wir noch an einer großen, neuen Tempelanlage in Mahamevnawa Halt.

Montag, 27. Februar:

Die zweite Etappe beginnt mit der Besichtigung des Kelani Raja Maha Viharaya in Colombo. Zum Mittagessen erreichen wir ein weiteres Kloster, welches von einem befreundeten Brudermönch geleitet wird. Am späten Nachmittag kommen wir im Hotel "Silva Rest" in Unawatuna an. Hier erwartet uns Ulrike, die sich unserer Reisegruppe anschließt. Sie kennt sich in der Touristenhochburg Unawatuna bestens aus. Das Abendessen genießen wir direkt am Strand. Mit den Füßen im Sand lassen wir den Tag ausklingen.

Dienstag, 28. Februar:

Heute haben wir die Möglichkeit am Strand zu liegen, zu schwimmen und die Umgebung auf uns wirken zu lassen. Nachmittags treffen wir uns zu einem Ausflug nach Galle. Dort besichtigen wir das alte portugiesische Fort und besuchen Rita's Patenkind. Trotz des überraschenden Besuchs wurden wir freudig empfangen. Die Anwesenheit von Bhante war natürlich eine besondere Ehre für die Familie.

Mittwoch, 1. März:

Bhante fährt in seinen Tempel nach Yakkala, um dort noch Einiges vorzubereiten. Es gießt in Strömen und der Strandtag fällt somit buchstäblich ins Wasser. Dafür genießen wir aber eine Ayurveda-Massage, gehen ein bisschen Bummeln und lassen so die Seele baumeln.

Donnerstag, 2. März:

Heute heißt es Abschied nehmen. Von Galle fahren wir über die Städte Mirissa, Matara und Hambantota in die Berge nach Ella. Auf dem Weg, die Fahrt nimmt fast den ganzen Tag in Anspruch, besuchen wir den Tempel in Matara, machen zwischendurch eine Teepause am Straßenrand und einen weiteren Halt in der Nähe der Stadt Ella an dem großen Wasserfall "Ravana Ella". Hier stürzt das Wasser etwa 25 Meter in die Tiefe. Am Ende des Tages checken wir im Hotel "Ella Breeze" ein. Es entspricht bedauerlicherweise nicht unseren Vorstellungen.

Freitag, 3. März:

Wir sitzen beim Frühstück und überlegen, wie wir den Tag gestalten. Es beginnt zu regnen und so beschließen wir weiter nach Bandarawela zu fahren. Dort übernachten wir im Hotel "Arch 9". Die nahegelegene Teefabrik ist unerfreulicher Weise geschlossen. Wir beschließen daher die Stadt zu erkunden. Der Linksverkehr und die übervollen Straßen erfordern unsere allergrößte Aufmerksamkeit.

Samstag, 4. März:

Die Fahrt nach Kandy - die Stadt mit dem Zahntempel - steht heute auf dem Programm. Die Entfernung beträgt nur etwa 100 Kilometer, aber die Fahrt über die Berge dauert fast fünf Stunden. Zwischendurch legen wir einen Stopp an einem kleinen See vor Nuwara Eliya ein. Zum Mittagessen machen wir Halt an einer Teefabrik und haben eine interessante Führung. Wir erfahren, wie aus den

grünen Teeblättern die verschiedenen Sorten Tee entstehen. In Nuwara Eliya haben zur Kolonialzeit die Briten residiert. Davon zeugen noch wunderschöne Hotels und Villen im Kolonialstil. Im Sommer entfliehen die reichen Singhalesen der Hitze der großen Städte, indem sie ihre hochgelegenen Sommerhäuser in den Bergen aufsuchen.

Gegen Abend kommen wir in Kandy an. Die Lage mit Blick über die Stadt und auf den Zahntempel am Kandy See, begeistert uns sofort. Hier stoßen Stephanie und Christine als weitere Reiseteilnehmer zu unserer Gruppe.

Sonntag, 5. März:

Heute ist unser großer Tag, denn es findet das Patenschaftstreffen auf dem Gelände des Zahntempels statt. Duminda holt uns ab und pünktlich beginnt die Zeremonie. Als deutsche Sponsoren der Karuna Samadhi Organisation werden wir sehr herzlich begrüßt. Insgesamt ist das zweistündige Programm sehr kurzweilig. Besonders haben uns die kleinen Darbietungen der Kinder erfreut. Sie sangen, tanzten und musizierten für uns.

Ein selbst in Armut aufgewachsener bekannter Redner weist die Kinder darauf hin, was man alles mit Fleiß und fortwährendem Lernen im Leben erreichen kann. Er spricht zu den Kindern sehr anschaulich. Allmählich lockert sich die Atmosphäre und die Kindergesichter werden wieder zunehmend von Schmunzeln und Lachen erfasst.

Mit einer kleinen Rede bedanken wir uns bei Ehrw. Bhante Punnaratana für die liebevolle Betreuung unserer Patenreise in diesem herrlichen Land. Zum Abschluss erhält jedes Patenkind von uns ein Geschenk. Ein Handtuch, eine Zahnbürste und Zahnpasta werden dankbar entgegengenommen. Auch die teilnehmenden Geschwisterkinder werden mit kleinen Geschenken überrascht. Sie gehen

natürlich nicht "leer" aus. Alle Kinderaugen strahlen glücklich und auch wir erfreuen uns an den glücklichen Menschen. Noch haben wir etwas Zeit und können uns mit unseren Patenkindern in der Tempelanlage treffen, Fotos machen, Gespräche führen und ganz einfach das Zusammentreffen genießen.

Am Abend treffen wir uns wieder gemeinsam am Eingang des Zahntempels zur Abendzeremonie. Am Sonntag ist viel los und die einheimischen Besucher stehen zahlreich an, um zum Schrein mit Buddhas Zahn zu gelangen. Auch wir reihen uns ein und genießen das ganz besondere Flair dieser Zeremonie. Die Trommeln schlagen ihren Takt, wunderschöne Blumen werden ununterbrochen dargebracht und auch wieder abgeräumt, die Menschen stehen, sitzen und meditieren. Dank Bhante

verkürzt sich unsere Wartezeit, um den Schrein zu besichtigen.

Montag, 6. März:

Heute beschließen wir, zur großen Buddha Statue auf dem Berg zu marschieren. Die hohe Temperatur macht uns den Aufstieg nicht leicht. Oben angelangt, genießen wir den Blick über die Stadt auf den fünf  Hügeln. Am Nachmittag besuchen wir den Botanischen Garten und fahren danach zu einem nahegelegenen Nonnenkloster, welches auch von der Karuna Samadhi Organisation unterstützt wird. Schon die Anfahrt zum Kloster ist abenteuerlich, denn eigentlich ist die Straße nur für Tuk-Tuks geeignet. Wir begrüßen die Novizinnen mit ihren Lehrerinnen und werden von der Leiterin mit Tee bewirtet. Die Leiterin erklärt uns, dass einige der Mädchen als Halbwaisen ins Kloster gekommen sind. Mit einem Klosterrundgang beenden wir den Besuch. Ashtoka, ein Freund Bhantes, lädt uns zum Abendessen ein. Es wird in einem wunderschönen exotischen Garten gereicht. Die Bewirtung ist hervorragend.

 

Dienstag, 7. März:

Früh starten wir unsere Fahrt nach Anuradhapura, die etwa fünf Stunden dauert. Wir machen einen Halt in der Nähe von Matale im Aluvihara. Dort haben im ersten Jahrhundert vor Christus 500 Mönche die Lehre Buddhas zum ersten Mal auf Palmblätter niedergeschrieben. Der Felsentempel besteht aus mehreren Grotten mit schönen Waldmalereien und furchterregenden Darstellungen der buddhistischen Hölle. Danach besuchen wir das bekannte Dhambulla. Am Eingang zu den 340 Meter

hoch gelegenen Höhlen begrüßt uns die große goldene Buddha Statue. In der Mittagshitze ist der Weg zu den Höhlen eine echte Herausforderung. Die Höhlen, die über einen Zeitraum von 2000 Jahren von Mönchen ausgemalt wurden, beherbergen wunderschöne Buddha Statuen und Gemälde.

Am Nachmittag erreichen wir Anuradhapura. Schon auf dem Weg zu dem bekannten Kulturdreieck sehen wir viele Stupas, Buddha Statuen und Dagobas. Bhante hält am Abend einen Vortrag über das Thema „Leben nach der Lehre Buddhas“. Der Vortrag strapaziert unsere Geduld, denn wir verstehen nichts, sitzen über eine Stunde auf dem Podium und werden natürlich von allen Seiten beobachtet. Am Abend sind wir bei einer befreundeten Familie von Bhante zum Essen eingeladen.

Mittwoch, 8. März:

Wir haben uns noch zwei Ziele in der Nähe ausgesucht. Die große Anlage von Anuradhapura ist unverhältnismßig teuer (3.750 Rupies ca. 25 EUR) und so entscheiden wir uns, den heiligen Ort Mihintale zu besuchen. Hier wurde ca. 250 vor Christus der damalige König von dem buddhistischen Mönch Mahinda aus Indien zum Buddhismus bekehrt. Man muss viele Stufen steigen bis man zu der

großen Tempelanlage mit sitzender Buddha Statue gelangt. Bei unserem Eintreffen ist gerade die Zeremonie zur Verehrung von Buddha im Gange. Wir folgen den Trommeln bis zum Tempel. Vom Abt erfahren wir, dass er Bhante schon in Frankfurt am Main besucht hat. Wir werden zu einer Tasse Tee eingeladen und erfahren ganz nebenbei, dass man in der Anlage auch „Klosterurlaub“ machen kann. Die Unterkünfte sind einfach, aber sehr zweckmäßig .

Donnerstag, 9.3.

Heute, am letzten Tag unserer Reise, frühstücken wir ganz gemütlich und besuchen danach Bhantes Tempel in Yakkala. Dort besichtigen wir die Anlage, die zu einem Begegnungs- und Schulungszentrum ausgebaut wurde. Ein Abschiedsessen erwartet uns, bevor wir zum Flughafen zurückgebracht werden.

Eine schöne und interessante Reise, die bleibende Eindrücke hinterlassen wird, geht zu Ende!

Anhang: Bericht Patenreise 2017